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Codein

Codein Substanzinformation

Was ist Codein?

Codein ist ein Opiat und gehört aufgrund seiner morphinartigen Eigenschaften zur Gruppe der Opioide. Zur dieser Gruppe zählen außerdem Wirkstoffe wie Morphin, Methadon, Fentanyl, Oxycodon, Tramadol und Tilidin. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Codein zählen Müdigkeit, Verstopfungen und Kopfschmerzen.

Zu Beginn nach der Einnahme kann es außerdem zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Seltene Nebenwirkungen sind Juckreiz, Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Ohrgeräusche und Kurzatmigkeit.

Wird Codein über einen längeren Zeitraum und in hohen Dosen eingenommen, kann der Wirkstoff körperlich abhängig machen.  

Codein sollte nicht gleichzeitig mit Medikamenten, die dämpfend auf das zentrale Nervensystem wirken eingenommen werden. Solche Medikamente sind zum Beispiel Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Psychopharmaka. Ansonsten können die Nebenwirkungen verstärkt werden. So kann es vermehrt zu Müdigkeit und Benommenheit sowie einer verstärkten Beeinträchtigung der Atmung kommen.

Da Codein im Körper zu Morphin umgewandelt wird, wirkt es auch als solches. Anders als bei Heroin geschieht dies jedoch langsamer und weniger intensiv, was auch ein weniger intensives Rauscherlebnis zur Folge hat. Der Konsum bewirkt ein Gefühl der Gelassenheit, Unbeschwertheit und Euphorie. Eine Steigerung des Selbstbewusstseins ist möglich.
Ab 20mg-50mg kann es zu allgemeiner geistiger Aufregung, Hitze im Kopf und Pulsbeschleunigung kommen.
100mg-200mg erzeugen Schlaf und Betäubung.
Bei Einzeldosen über 400mg ist oft keine weitere Wirkungssteigerung festzustellen, da die Leber nicht in der Lage ist, so viel Codein in kurzer Zeit in das wirksame Morphin umzuwandeln.
Dihydrocodein [synthetische Abwandlung von Codein] ist etwa 1,1-1,5x so stark wie Codein.

Dosierung:

20mg – max.200mg. Höhere Dosen erhöhen vor allem das Risiko von Nebenwirkungen; eine Wirkungssteigerung ist selten festzustellen, da der Körper nur beschränkte Mengen von Codein aufnehmen kann.Codein wird im Körper zu Morphin umgewandelt. Die Einnahme hat einen schmerzlindernden, hustenreizstillenden, beruhigenden,euphorisierenden und aphrodisierenden Effekt. Auch eine Selbstbewusstseinssteigerung ist möglich. 
Zu bedenken ist jedoch, dass die Wirkung sehr individuell ausfällt. Während einige Personen sehr sensibel auf Codein reagieren, besteht die Möglichkeit, dass andere gar keine psychoaktive Wirkung verspüren.

Risiken und Nebenwirkungen

Mundtrockenheit,Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Juckreiz, Verstopfung,Schwierigkeiten beim Urinieren, Müdigkeit/Schläfrigkeit, Senkung der Atemfrequenz bis hin zu einer lebensgefährlichen Atemdepression. Beim Mann treten zusätzlich noch Erektionsstörungen auf.

Langzeitrisiken:

Es besteht die Gefahr einer psychischen und physischen Abhängigkeit. Bei chronischem Konsum kann sich eine Toleranzentwicklung ergeben, sodass die Dosis für die gewünschte Wirkung zunehmend erhöht werden muss. Beim Absetzen von Codein nach einer Phase des dauerhaften Konsums können sich Entzugssymptome wie Ruhelosigkeit,
Magen- und/oder Beinkrämpfe, Kälteschauer, Zittern, heftiges Schwitzen und Muskelspasmen zeigen. Ein Entzug kann aufgrund des hohen Abhängigkeitspotentials gleich schmerzhaft und lang wie ein Heroinentzug sein (!).

Bei Männern kann es zu einer verringerten sexuellen Lust (Libido)kommen, während sich bei Frauen eine unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation sowie auch verminderte sexuelle Lust einstellen kann. Weitere Langzeitrisiken sind allergische Reaktionen, Schlafstörungen und Schwindelgefühle

Risikofreien Konsum gibt es nicht! Wer trotzdem konsumiert, sollte sich mit den Safer-Use-Regeln vertraut machen:

  • Codein nasal (durch die Nase ziehen) oder parenteral (z.B. in die Vene spritzen) zu konsumieren, führt zu starken Nebenwirkungen. Der orale Konsum wirkt schneller und intensiver.
  • Möglichst niedrig dosieren!
  • Kein Mischkonsum speziell mit Alkohol oder Schlafmitteln! Besonders in Verbindung mit Alkohol hat man das Gefühl, mehr zu vertragen. Außerdem wird die atemdepressive (atemlähmende) Wirkung des Alkohols noch verstärkt – Erstickungsgefahr!
  • Keine Dosis über 400mg, da die Leber nicht in der Lage ist, solch große Mengen in Morphin umzuwandeln.
  • Bedenke die Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit!

Codein ist im BtMG als verkehrsfähiges, verschreibungspflichtiges Arzneimittel eingestuft.
Dabei ist zu beachten, dass es bis zu einer bestimmten Menge als Medikament verschrieben werden darf (sehr niedrige Dosen z.B. als Hustenmittel). Bis Ende 1999 wurde Codein als Substitutionsmittel (Ersatzdroge) bei Heroinabhängigen eingesetzt.
Seit dem 01.01.2000 unterliegt es aber besonderen Vorschriften der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung.


Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht.
Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht.
Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern und Fachpublikationen.
Irrtümer können nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das PPO keine Haftung.