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Drogenberatung, die wirkt

Party- und Präventionsprojekt Odyssee mit Zelt zu Gast auf dem „Haus“-Gelände in der Reeperbahn / Beratung für jedermann (Artikel aus der Eckernörder Zeitung vom 16.04.2019)

Von Arne Peters
ECKERNFÖRDE „Drogen sind in Eckernförde immer noch allgegenwärtig“, sagt Thoren Kohlweyer und er muss es wissen. Denn als Erzieher im „Haus“ an der Reeperbahn spricht er täglich mit Jugendlichen. Und von ihnen hatten noch vor einem Jahr mehrere nach einer Drogenberatung gefragt. So kam das vom Land finanzierte „Party- und Präventionsprojekt Odyssee“ aus Kiel für drei Tage ins „Haus“.

Die Pädagogen Tim Bennewitz und Simone Neubrander verfolgen einen modernen Ansatz der Aufklärung.
Abschreckende Bilder von Drogenkonsumenten haben in der Vergangenheit nicht das gewünschte Ergebnis gezeigt, deshalb gehen sie anders vor.

„Jeder Jugendliche weiß, dass Drogen verboten und gefährlich sind“, sagt Tim Bennewitz. „Wir erklären ihnen deshalb nicht, dass sie gefährlich sind, sondern warum sie gefährlich sind.“

Die drei Tage im Oktober haben auf jeden Fall gewirkt. Viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit, um sich zu informieren. Jetzt wurde Simone Neubrander schon von einigen Jugendlichen angesprochen, die aufgrund dieser Aufklärung mit dem Drogenkonsum aufgehört haben.
„Sie erzählten, dass sie sich besser mit ihren Eltern verstehen, wieder Geld haben und besser in der Schule sind.“ Der Groschen sei gefallen, weil die Jugendlichen verstanden haben, wie die Drogen wirken – in diesem Fall Ecstasy – und warum es nichts bringt, immer wieder Pillen nachzuwerfen. Denn durch Ecstasy schüttet der Körper das Glückshormon Serotonin aus, das aber irgendwann aufgebraucht ist.
Erst nach zwei Wochen hat der Körper seine Speicher wieder aufgefüllt. In dieser Zeit bringt es nichts, Pillen nachzuwerfen.
Für Thoren Kohlweyer sind diese Rückmeldungen eine Bestätigung: „Wir wollen weiter mit dem Partyprojekt Odyssee zusammenarbeiten und es ein- bis zweimal im Jahr hier haben.“ Diesmal haben die Drogenberater ihr Zelt mitgebracht, mit dem sie auch auf Festivals präsent sind. Seit Mittwoch sind sie in Eckernförde und bleiben noch bis heute Abend.
Das Zelt hat einen großen Vorteil: „Wir sind nicht nur für die Jugendlichen im Haus da, sondern für alle, die Interesse an dem Thema haben“, sagt Tim Bennewitz. „Egal, ob Eltern, Lehrer, Trainer oder einfach Interessierte.“ Wer sich informieren möchte, hat dazu heute von 13 bis 21 Uhr Gelegenheit.

Quelle: Eckernförder Zeitung v. 16.04.2019


03.03.2019: NDR Beitrag „Voll auf Speed“!

Screenshot von der NDR-Website (Ein Klick öffnet die NDR-Seite mit Podcast).

Drogenpräventionstage an der Schule am Meer / Büsum

Rieke Knobbe von der Schulsozialarbeit begrüßte am 16. Und 17. Januar Projektleiter Tim Bennewitz und seine Kollegin Johanna Oeser vom Partyprojekt ODYSSEE in der Schule am Meer.

Die beiden führten für die Schüler der EOa, R10 und der Klassen Q1a und Q1b ein Projekt zur Drogenprävention durch. Projektleiter Bennewitz und sein Team sind nicht nur in Schulen sondern auch auf Festivals und Stadtfesten unterwegs. Somit haben sie regelmäßig Kontakt zu Drogenkonsumenten, kennen deren Probleme und bieten ihre Hilfe an.
An Praxisbeispielen mangelte es ihnen daher nicht. Den Informationen der Referenten zufolge werde hauptsächlich Cannabis konsumiert. Erschreckend ist das niedrige Einstiegsalter: 15,5 Jahre im Durchschnitt.
Der Konsum erstrecke sich auf alle sozialen Schichten. Die Referenten erläuterten, wie Cannabis wirkt, mit welchen Mitteln es vom Dealer gestreckt wird, warum Konsumenten es nehmen und zu welchen gravierenden Folgeschäden der Konsum führen kann.

Während seines Vortrags band er immer wieder die Schüler ein, stellte Fragen, prüfte deren Vorwissen und wurde nicht müde, eindringlich vor jeglichem Drogenkonsum zu warnen. Abschließend beschäftigten sich die Schüler in Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Drogen, deren Wirkung und Risiken. Nähere Informationen zum Partyprojekt ODYSSEE sind zu finden unter: www.ppo-kiel.de

Text: Claudia Brandt
Foto: Rieke Knobbe


„Drogen haben hier nichts zu suchen“ Eckernförder Zeitung vom 20.10.2018

Simone Neubrander und Tim Bennewitz vom Party- und Präventionsprojekt Odyssee im Gespräch mit Hausbesuchern, die sich über die negativen Auswirkungen von Drogen informierten. (Quelle: Peters / Eckernförder Zeitung)

„Haus“-Team verzeichnet vermehrt Nachfrage nach Drogenberatung / Zusammenarbeit mit Party- und Präventionsprojekt Odyssee

Von Arne Peters ECKERNFÖRDE
Ob Cannabis, Ecstasy oder Speed –Drogenkonsum ist allgegenwärtig, auch in Eckernförde. In letzter Zeit scheint das Thema wieder besonders aktuell zu sein. Das haben zumindest die Pädagogen aus dem „Haus“ festgestellt. „Wir haben vermehrt Rückmeldungen von den Jugendlichen erhalten, dass sie Bedarf an Aufklärung zu dem Thema haben“, sagt Haus-Leiterin Nadine Förtsch. Einer habe selbst gesagt, dass es so nicht weitergehen könne mit dem Drogenkonsum in Eckernförde, ergänzt ihr Kollege Thoren Kohlweyer. Beide beobachten seit längerem „auffälliges Verhalten“ nicht nur in der Nähe der Jugendeinrichtung, das auf den Handel mit Drogen hinweist. Sie arbeiten mit der Polizei zusammen, verstehen die Jugend und Medienwerkstatt „Haus“ als geschützten Raum. „Wir haben klare Regeln“, sagen die Pädagogen: „Drogen haben hier nichts zu suchen.“ Es droht ein halbes Jahr Hausverbot.

Doch damit ist es nicht getan. Das Team hat reagiert und in dieser Woche für drei Tage das „Party- und Präventionsprojekt Odyssee“ aus Kiel zu sich eingeladen, das über das Sozialministerium finanziert wird. Die Pädagogen Tim Bennewitz und Simone Neubrander verfolgen einen modernen Ansatz der Aufklärung. Abschreckende Bilder von Drogenkonsumenten haben in der Vergangenheit nicht das gewünschte Ergebnis gezeigt. Deshalb gehen sie anders auf ihre Zielgruppe ein. „Jeder Jugendliche weiß, dass Drogen verboten und gefährlich sind“, so Tim Bennewitz. „Wir erklären ihnen deshalb nicht, dass sie gefährlich sind, sondern warum sie gefährlich sind.“ Cannabis zum Beispiel werde glorifiziert. „Es gibt aber keinen anderen Stoff, der so schnell psychische Veränderungen hervorruft.“ Der Wirkstoff THC greife bei jungen Menschen in die Entwicklung des Gehirns ein mit zum Teil schweren Folgen wie Psychosen.

Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Aufklärung über den Konsum. „Wir wissen, dass ein einzelnes Gespräch kaum einen Konsumenten davon abhält, weiter Drogen zu nehmen“, so Tim Bennewitz. „Aber wir hoffen, dass sie sich weiter darüber Gedanken machen. Und wenn sie schon Drogen nehmen, sollen sie über die Gefahren Bescheid wissen.“ Ecstasy-Pillen beispielsweise – eine der am meisten konsumierten Drogen– enthalten unterschiedliche Wirkstoffe in unterschiedlicher Zusammensetzung. Viele Konsumenten denken nicht darüber nach und nehmen zu viele Pillen. „Doch es ist ein Unterschied, ob ein 80 Kilo schwerer Mann eine Pille nimmt oder eine 50 Kilo schwere Frau. Konsumenten sollten lieber eine halbe oder eine viertel Tablette nehmen.“ Durch Ecstasy schüttet der Körper das Glückshormon Serotonin aus. „Aber nach diesem Glücksrausch hat der Körper kein Serotonin mehr, und der Konsument fühlt sich schlecht, ist traurig und deprimiert. Erst nach zwei Wochen hat er seine Speicher wieder aufgefüllt. Es bringt also nichts, auf Teufel komm raus Pillen zu schlucken – das funktioniert nicht.“ Deutlich warnen sie vor Mischkonsum. Bei Ecstasy sollte man auch keinen Alkohol trinken, Obst essen, viel trinken und Pausen machen.“

Die Odyssee-Pädagogen genießen bei Jugendlichen und Konsumenten viel Vertrauen. „Wir unterliegen der Schweigepflicht“, so Tim Bennewitz. „Und wir sind nicht die Polizei.“ Sie sind auf Festivals mit einem großen Zelt gegenwärtig, in dem sie Infos zu Drogen, aber auch Wasser, Obst und Kondome austeilen. Häufig erreichen sie positive Rückmeldungen, so auch im „Haus“, wo die Jugendlichen das Informationsangebot sehr gut angenommen haben. Nadine Förtsch: „Die Zusammenarbeit mit Odyssee soll fortgesetzt werden.“ 

Quelle: Eckernförder Zeitung, 20.10.2018

Fotos (Kreise oben): .marqs / Photocase.de, bruzzomont / Photocase.de