Mischkonsum

Mit Mischkonsum ist im Folgenden das zeitgleiche Übereinanderlappen der Wirkspektren von mindestens zwei Substanzen gemeint.

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Eine Kombination von 2 oder mehr Substanzen ist schwer kalkulierbar, d.h. in der Regel schwerer einzuschätzen als der Monokonsum einer Substanz. Je nach Kombination kann sich die Wirkung verstärken, potenzieren oder sich in unterschiedliche Richtungen (psychisch-physisch) entwickeln. Dies stellt für Deinen Körper eine noch höhere Belastung als Monokonsum dar. Die neuesten Untersuchungen über Mischkonsum sind in die nachstehenden Darstellungen mit eingearbeitet.

Unter anderem wurde z.B. festgestellt:

  • dass Ecstasy die beliebteste Partydroge ist, aber Kokain stark aufholt.
  • dass der Mischkonsum innerhalb der letzten beiden Jahre um 6,9% anstieg.
  • dass, obwohl mehr Männer konsumieren, Frauen beim Mischkonsum stark aufholen und experimentierfreudiger sind.
  • dass Cannabis, Ecstasy und Kokain die am häufigsten kombinierten Drogen sind.
  • Durch Mischkonsum erhöht sich das Risiko unangenehmer Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen. Wenn Du Dich trotzdem für Mischkonsum entscheidest, solltest Du zumindest Erfahrungen mit jeder der einzelnen Substanzen haben und auf besonders riskante Kombinationen verzichten.

Weitere Safer-Use-Regeln beim Mischkonsum:

  • Leber und Nieren werden es Dir danken, wenn Du zwischendurch genug Wasser trinkst (Vorsicht bei Ketamin, gestörte Motorik des Mund-Rachen-Raumes.
  • Informiere Freunde und Bekannte (bzw. Deine Begleiter), was Du gemixt hast.
  • Warte zumindest die Wirkung einer Substanz ab, bevor Du die nächste konsumierst. Eventuell ist die erste Wirkung doch schon stark genug.
  • Falls Du Medikamente nimmst, informiere Dich vorher über die mögliche Unverträglichkeit mit den Substanzen, die Du konsumieren möchtest (oder die Beeinträchtigung der Wirkung des Medikaments).
  • Falls Du unter den folgenden Kombinationen „Deine“ Kombination nicht findest, bedeutet dies nicht, dass Du Sie ohne Risiko konsumieren kannst.
Mischkonsum mit Ecstasy

Ecstasy und Alkohol:
Leber und Nieren sind stark belastet, trocknet zusätzlich aus und erhöht die Gefahr von Kreislaufproblemen und einer Hyperthermie (Überhitzung). Alkohol erhöht den Blutspiegel von Ecstasy und verlängert somit die euphorische Phase des Ecstasy-Konsums. Ecstasy mindert die Müdigkeit, die durch Alkoholkonsum entsteht.

Ecstasy und Cannabis:
Cannabis verstärkt die Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks (Kreislaufprobleme bis zur Ohnmacht möglich), später bringt Cannabis runter. Cannabis verstärkt auf sensorischer Ebene das Ecstasy, wodurch es zu einem vertieften Empfinden der entaktogenen und empathischen Wirkung kommen kann.

Ecstasy und Speed / Crystal:
Speed / Crystal heben die Ecstasy-Wirkung (empathische Wirkung) auf. Bei Dauerkonsum besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass serotonerge System zu schädigen, nach Crystalkonsum ist eine 3- bis 4-wöchige Pause nötig um die MDMA-Wirkung zu spüren.

Ecstasy und Kokain:
Stark erhöhtes Risiko für Herz und Kreislauf, Kokain bewirkt die Erhöhung des Gehalts eines Neurotransmitters ebenso wie Amphetamin. Kokain durch zellulare Wiederaufnahmehemmung und Amphetamin durch übermäßige Ausschüttung. Die Kombination kann Synergieeffekte haben, aber auch Zerrissenheit und Ziellosigkeit bewirken (Einfühlungsvermögen vs Egotrip).

Ecstasy und Medikamente:
Nicht zusammen mit Beta-Blockern, trizyklischen Antidepressiva (z.B. Doxepin) und SSRI (Selektiver Serotonin Reuptake Inhibitor, z.B. Fluoxetin) konsumieren – Risiko Serotoninsyndrom.

Ecstasy und Proteasehemmer (HIV-Therapie):
Blockiert den Abbauprozess von MDMA: Vergiftung möglich!

Ecstasy und LSD („Candyflip“):
Ecstasy Wirkung wird verstärkt.

Mischkonsum mit Cannabis
Cannabis und Tabak:
Nikotin unterdrückt die THC-Wirkung, während THC die Nikotinwirkung steigert: erhöhtes Atemwegsrisiko.

Cannabis und Alkohol:
Abnahme von motorischer und geistiger Leistungsfähigkeit sowie des Reaktionsvermögens. Warnsignale des Körpers werden nicht mehr richtig wahrgenommen und das Gefühl für das richtige Maß geht verloren, verursacht Übelkeit und Erbrechen.

Cannabis und Pilze:
Cannabis intensiviert die psychotrope Wirkung der Pilze. Bei ungünstiger Prädisposition besteht eine erhöhte Gefahr des Auslösens von verborgenen Psychosen. Set und Setting sind sehr wichtig.

Cannabis und LSD:
Halluzinationen werden bei günstigem Setting feiner und sanfter wahrgenommen. Es besteht die erhöhte Gefahr, dass latent verborgene Psychosen ausgelöst werden können.

Cannabis und Speed:
Speed verlängert und intensiviert die euphorisierende Wirkung von Cannabis. Cannabis mildert die Speed-induzierte Wirkung wie den Bewegungsdrang. Blutdruck und Herzfrequenz werden erhöht (Kreislaufbelastung). Es besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit körperlicher Schädigungen.

Cannabis und Kokain:
Wenn nach Cannabis Kokain konsumiert wird, kann durch den erhöhten Blutspiegel die Phase der euphorischen Gefühlsempfindungen verlängert und intensiviert werden. Herzfrequenz und Blutdruck steigen, was besonders für Menschen, die Probleme mit dem Herz- und Kreislaufsystem haben, zu Problemen führen kann.

Mischkonsum mit Kokain

Kokain und Alkohol:
Wird erst Alkohol und dann Kokain konsumiert, bildet sich Cocaethylen (hemmt wie Kokain die Wiederaufnahme von Dopamin), dadurch erfolgt eine Stärkung der vitalen Funktionen – eine Steigerung des Aktivitätsdranges und eine Minderung des Alkoholrausches (Achtung großer Kater und Alkoholvergiftung möglich). Die Kombination fördert im Allgemeinen die Kommunikationsbereitschaft, aber mindert die Sensibilität. Dies ist ein Grund, warum es unter dem Einfluss dieser Kombination häufiger zu rücksichtslosem und aggressivem Verhalten sowie zu Prügeleien aufgrund von Nichtigkeiten kommt. Dauerkonsum von Kokain und Alkohol kann eine emotionale Verhärtung des Einzelnen bewirken.

Kokain und andere Stimulanzien (Speed, Koffein / Energie Drinks):
Starke Belastung für das Herz-Kreislaufsystems, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.

Mischkonsum mit Speed:

Speed und Alkohol:
Die Menge des Alkohols wird nicht mehr gespürt, die Gefahr einer Alkoholvergiftung ist erhöht.

Speed und Kokain:
Die Kreislaufbelastung ist extrem hoch.

Speed und Energizer:
Die Belastung für Herz und Kreislauf ist hoch (Achtung: Kaffee hat mehr Koffein als z.B. Red Bull).

Speed und Kombination mit Beta Blockern, MAO-Hemmern- oder tryzyklischen Antidepressiva:
Es kann zu lebensgefährliche Komplikationen kommen.

Speed und Beruhigungsmittel:
Eine sehr hohe Kreislaufbelastung ist möglich.

Mischkonsum mit LSD:
LSD und Speed:
Verstärkt die Gefahr von „Horrortrips“.

LSD und Cannabis:
Die Gefahr, dass latente Psychosen ausgelöst werden, ist erhöht und die halluzinogene Komponente des Rausches wird verstärkt. Mischkonsum mit LSD gilt als schwer kalkulierbar, deshalb ist hier besondere Vorsicht gerade für unerfahrene Konsumenten geboten.

Mischkonsum mit Crystal:

Crystal und Ecstasy:
Die Ecstasy-Wirkung ist nicht spürbar. Starke Kreislaufbelastung und ein erhöhter Flüssigkeitsverlust können die Folge sein.

Crystal und Cannabis:
Cannabis kann die Wirkung von Metamphetamin verstärken.

Crystal und Kokain:
Hohe Belastung für den Kreislauf und unangenehme Begleiterscheinungen.

Crystal und Medikamente:
Der gleichzeitige Konsum von Beta-Blockern oder MAO-Hemmern kann lebensgefährlich sein.

Crystal und Alkohol:
Alkohol wird nicht gemerkt, Gefahr einer Alkoholvergiftung.

Mischkonsum mit GHB/GBL:

GHB/GBL und Alkohol:
Atemdepression ist auch bei kleineren Mengen von Alkohol möglich!

GHB/GBL und Opiate:
Die atemdepressive Wirkung des Opiats wird verstärkt.

GHB/GBL und Milch:
Starke Übelkeit und Erbrechen sind möglich.

GHB/GBL und Poppers:
Blutdrucksenkende und atemdepressive Wirkung beider Stoffe verstärken sich gegenseitig, so dass es zur Atemlähmung kommen kann!

GHB/GBL und Ecstasy:
Brechreiz und körperliches Unwohlsein kann die Folge sein.

(Quelle: „Drogenmischkonsum anders verstehen“ von Prof. Dr. G. Barsch, Dr. J. Eul, Tibor Harrach in Konturen 6/2006)

Diese Informationen sind nicht als Motivation zum Drogenkonsum gedacht. Sie dienen dazu die Risiken des Konsums, wenn sowieso schon konsumiert wird, zu minimieren. Gänzlich ausschließen lassen sich diese jedoch nicht. Diese Texte sind nach bestem Wissen zusammengetragen und entstammen der Recherche aus Büchern, Fachpublikationen und der Zusammenarbeit mit Herrn Hoffmann (Ärztlicher Leiter der Fachambulanz Kiel). Irrtümer können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Für die Nutzung dieser Informationen übernimmt das Partyprojekt-Odyssee keine Haftung.