Infos zu GHB, GBL, KO-Tropfen

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Umgangssprachlich wird GHB/GBL auch „Liquid Ecstasy“ genannt und teilweise sogar als Ecstasy verkauft. Allerdings ist es weder von der Wirkung noch von der Zusammensetzung her mit den als Ecstasy bekannten Stoffen zu vergleichen.

GHB meint die Bezeichnung für Gammahydroxybuttersäure (Salz: Gammahydroxybutyrat), während GBL die Bezeichnung für Gammabutyrolacton ist. Die Substanz ist z.B. auch in Graffitientfernern und in Reinigungsmitteln enthalten. Es ist auch ein körpereigener Botenstoff, welcher im Gehirn für die Regelung der Wach- und Schlafzustände verantwortlich ist und Wachstumshormone stimuliert (wird daher auch als Dopingmittel eingesetzt), während GBL eine Vorläufersubstanz von GHB ist, die im Körper zu GHB umgewandelt wird. GHB und GBL sind in der Regel als farblose Flüssigkeiten erhältlich, jedoch ist die Substanz auch als Pulver zu bekommen. Man kann an seinem leicht salzigen Geschmack erkennen, während GBL einen organisch-chemischen Geruch hat. Auch als Geburtshilfe und Antidepressiva fand es seine Anwendung. Aufgrund seiner Nebenwirkungen wird es heute aber nur noch in seltensten Fällen als solches verwendet. Die leistungssteigernde Wirkung als Wachstumshormon förderte seine Nutzung zu Dopingzwecken im Sport. Vorwiegend Bodybuilder aber auch andere Leistungssportler benutzten diese Substanz. GHB war in den letzten Jahren häufiger als Vergewaltigungsdroge in den Medien. Einmal in größerer Menge in den Drink geschüttet, führt es zu Gedächtnisverlust, Bewusstlosigkeit und koma-ähnlichen Bewusstseinszuständen, bei denen sich die betroffenen Personen später an nichts mehr erinnern können. Da der Stoff nur kurz nachweisbar ist, sollten Personen in Verdachtsfällen so schnell wie möglich die Polizei rufen oder einen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen, da GHB im Blut nur 8 Stunden nachweisbar ist, während es im Urin nach ca. 12 Stunden nicht mehr zu finden ist.. In Diskotheken sollten Frauen ihre Getränke besonders gut im Auge behalten.

Wirkungsdauer:

Der Wirkungseintritt erfolgt bei oraler Einnahme nach ca. 15-25 Minuten und hat eine Wirkungsdauer von ca. 2-3 Stunden (gelegentlich auch länger).

Konsumformen:

In der Regel wird die Substanz oral als Flüssigkeit konsumiert. GBL wandelt der Körper unterschiedlich schnell um (nicht gleich nachlegen bei zu geringer Wirkung / bei zu langsamem Wirkungseintritt)

Wirkung und Risikobedingungen:

Die Risikobedingungen sind immer stark abhängig von der jeweils konsumierten Dosis. Bei GHB/GBL wird dies besonders deutlich. GBL wird im Körper vollständig zu GHB umgesetzt, die Dosierungen entsprechen sich aber nicht, da es bei der Aufnahme in den Körper durch die Leber gleich stark abgebaut wird (first-pass-effect), was bei GBL nicht passiert (höhere Bioverfügbarkeit). Deshalb hat eine niedrigere GBL-Dosierung (ca. 50%-60% der GHB-Dosis) die gleiche Wirkung wie eine entsprechend höhere Dosis GHB. Die folgenden Dosisangaben beziehen sich auf GHB (Person mittlerer Statur) –Eine exakte Dosisangabe ist wegen des jeweils unterschiedlichen, nicht zu bestimmenden Wirkstoffgehalts allerdings kaum möglich.

Geringe Dosis (bis ca. 2 ml):

  • Bei einer geringen Dosis wirkt die Substanz entspannend, beruhigend
  • leicht euphorisch-erheiternd
  • Kribbeln und Schwindelgefühle sind möglich.

Mittlere Dosis (bis ca. 3,5 ml):

  • starker Rededrang (Logorrhoe)
  • sensibilisierter Tastsinn
  • herabgesetzte Hemmschwelle
  • eine aphrodisierende Wirkung
  • leichte Halluzinationen (Stimulierung der optischen Wahrnehmung) können möglich sein.

Hohe Dosis (bis und höher als 5 ml):

  • koma-ähnlichen Schlaf bis hin zur Bewusstlosigkeit.
  • Übelkeit, Schwindel
  • Erbrechen
  • Atembeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Muskelzucken und Krämpfe
  • Gedächtnisschwierigkeiten
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Bewegungslosigkeit bis zur Bewusstlosigkeit.
  • GBL wirkt stark ätzend, greift die Schleimhäute an
  • belastet die Leber.

Risikobedingungen bei Dauerkonsum:

  • Bei Dauerkonsum kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln.
  • Schlafstörungen
  • Angstzustände möglich.
  • Auch (physisch) sollen Entzugserscheinungen beim Absetzen der Substanz beobachtet worden sein.
  • Die Forschung über den Langzeitgebrauch dieser Substanzen und seine Folgen ist noch nicht sehr weit fortgeschritten.

Mischkonsum:

Mit Alkohol:

Atemdepression ist auch bei kleineren Mengen von Alkohol möglich!

Mit Opiaten:

Die atemdepressive Wirkung des Opiats wird verstärkt.

Mit Milch:

Starke Übelkeit und Erbrechen sind möglich.

Mit Poppers:

Blutdrucksenkende und atemdepressive Wirkung beider Stoffe verstärken sich gegenseitig, so dass es zur Atemlähmung kommen kann!

Mit Ecstasy:

Brechreiz und körperliches Unwohlsein kann die Folge sein.

Safer Use:

Risikofreien Konsum gibt es nicht! Wer trotzdem konsumiert, sollte sich mit den Safer-Use-Regeln vertraut machen:

  • dosiere vorsichtig, denn die gewünschte Dosierung ist schwer einzuschätzen (Du könntest z.B. den Tank einer Spritze als Dosierhilfe verwenden) und der Wirkstoffgehalt meist unbekannt.
  • verzichte auf Mischkonsum, denn viele Substanzen vertragen sich nicht mit diesen Stoffen (vor allem Alkohol und Opiate).
  • Personen mit Epilepsie, Herz- und Kreislaufproblemen, einer langsamen Herzfrequenz, psychischen Problemen sowie auch Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit sollten diese Substanz nicht konsumieren.
  • niemals pur trinken; 1:200-1:300
  • trinke genug vitamin- und mineralhaltige Getränke
  • führe keine verantwortungsvollen Tätigkeiten aus (kein Auto fahren)
  • gönne Deinem Körper nach der Erfahrung Erholung und Schlaf
  • nimm die Substanz nur, wenn Du dich wohl fühlst
  • praktiziere Safer-Sex (aphrodisierende Wirkung)

Wirkweise (Pharmakologie):

GHB wirkt am GHB-Rezeptor, ein aktivierender bzw. stimulierender Rezeptor, der bei hohen Dosen dafür verantwortlich ist, dass die Krampfschwelle gesenkt wird, was vor allem bei Epileptikern Krampfanfälle auszulösen vermag.
Außerdem wirkt es am GABA-B-Rezeptor. Dieser ist verantwortlich für die sedierende, hypnotische und bei hohen Dosen narkotischen Wirkung. Dadurch entsteht der zweiphasige Effekt von GHB bzw. GBL.
Bei niedriger Dosierung entsteht durch die Aktivierung des GHB-Rezeptors eine stimulierende und euphorisierende Wirkung (u.a. durch Dopamin Ausschüttung). Mit steigender Dosierung entsteht mit zunehmender Aktivierung des GABA-B-Rezeptors erst eine sedierende, bis hin dann letztendlich zu einer hypnotischen bis narkotischen (bzw. komatösen) Wirkung. Dieser Effekt wird wiederum bei der Verwendung von GHB als Narkotikum in der Geburtsmedizin ausgenutzt. Wenn der GHB-Spiegel dann wieder sinkt, nimmt die Wirkung am GABA-B-Rezeptor ab, bis die Wirkung am GHB-Rezeptor wieder überwiegt. Der eingeschlafene Berauschte oder der Patient wacht auf, nachdem er geschlafen hat bzw. narkotisiert war, subjektiv ausgeruht und erfrischt, da jetzt wieder der stimulierende Effekt vom GHB-Rezeptor überwiegt.

Nachweiszeit:

GHB ist im Blut bis zu 8 Stunden nachweisbar, während es im Urin nach ca. 12 Stunden nicht mehr zu finden ist.